Überörtliche Gemeinschaftspraxis für
Hämatologie und internistische Onkologie
Dr. med. Heike Steiniger, Axel Schneider
Prof. Dr. med. Jochen Schütte & Dr. Gerhard Kummer
Bahnhofstr. 64
46145 Oberhausen-Sterkrade
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Archiv Aktuell

Zytostatikaversorgung - keine Medikamentenzubereitungen aus Bottrop.
Am 29.11.2016 wurden die Privat- und Geschäftsräume eines Bottroper Apothekers von der Staatsanwaltschaft Essen durchsucht und in der Folge der Apotheker unter dem Verdacht auf Herstellung von Chemotherapie-Zubereitungen mit zu niedriger Wirkstoff-Konzentration in einer Vielzahl von Fällen in Untersuchungshaft genommen.
Die Belieferung praktisch aller onkologischen Praxen in Deutschland mit Chemotherapiemedikamenten erfolgt durch relativ wenige Herstellungsapotheken oder Firmen, die besondere Voraussetzungen für die Erlaubnis zur Herstellung von Zytostatika erfüllen müssen. Wenn sich die Vorwürfe so wie im Moment vermutet bestätigen (40.000 Fälle seit 2012), erschüttert das das Vertrauen von Patienten und ihren behandelnden Ärzten ganz erheblich.
Viele Patienten aus dem osteuropäischen oder arabischen Raum kommen gerade deswegen nach Deutschland zur Behandlung, weil derartige Vorkommnisse hier eine extreme Ausnahme sind und hoffentlich bleiben.

Bei den betroffenen Medikamenten handelt es sich nach den bisherigen Berichten um die Substanzen Bevacizumab (bei Darmtumoren, Ovarial-, Mamma-, Bronchial-, Nierenzell-CA u.a.), Ramucirumab (u.a. bei Magen-, Darm-, Bronchial-CA), Nab-Paclitaxel (u.a. Pankreas-, Mamma-, Bronchial-CA), Nivolumab (Bronchial- und Nierenzell-CA, Melanom u.a.) und Denosumab (keine Chemotherapie sondern Medikament gegen Osteoporose oder bei Knochenmetastasen-/befall zur Knochenstabilisierung). Dabei handelt es sich ausnahmslos um neuere teure patentgeschützte Präparate. Gesundheitliche Auswirkungen von Unterdosierungen dieser Medikamente können von vermutlich weniger gravierend (z.B. Bevacizumab in der niedrigeren statt der höheren zugelassenen Dosierung) bis zu erheblich z.B. bei deutlichen Unterdosierungen von Nab-Paclitaxel o.a. reichen.

Nicht betroffen sind demnach u.a. alle Generika, also nicht mehr patentgeschützte und damit preiswertere Medikamente wie Cis-/Carbo-/Oxaliplatin, 5-FU, Vinorelbin, Gemcitabin, Docetaxel, Paclitaxel, Adriamycin, Vincristin, Cyclophosphamid, Irinotecan, Topotecan uvm., die aber in vielen Situationen einen Hauptteil der Wirkung ausmachen bzw. gar nicht mit o.g. Medikamenten zusammen gegeben werden.

Wir beziehen unsere Zytostatika-Zubereitungen seit Praxisbestehen von der Dom-Apotheke in Essen, deren Apotheker Herr Dr. Peterseim Vorsitzender des Bundesverbandes zytostatikaherstellender Apotheken ist und neben uns eine Reihe von Praxen und Krankenhäusern in der Umgebung beliefert. Seit kurzem wurden von einigen Krankenkassen Verträge mit anderen Zytostatika-Apotheken geschlossen, die uns zum Bezug von dort verpflichten. Auch für diese Versicherten haben wir aber in keinem Fall Zubereitungen bei der beschuldigten Bottroper Apotheke bestellt.

 



 



 
 
 

 



 
Dr. med. Heike Steiniger, Axel Schneider, Prof. Dr. med. Jochen Schütte und Dr. Gerhard Kummer
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